Leporello Verlag Krefeld |
Tödliche TortenSüßer Tod am NiederrheinMit Backrezepten aus der Region „Kuchenkrimis“ herausgegeben von Ina Coelen ISBN 3-936783-11-X 9,-€
Hier haben sich namhafte Krimiautorinnen und ein Alibimann zusammen gefunden, um mit viel krimineller Energie scheinbar friedliche Schauplätze am Niederrhein in Tatorte zu verwandeln. Die traditionellen Rezepte werden zu jeder Story gleich mitgeliefert.
In diesem Band finden Sie Kriminalgeschichten von: Pressestimmen: Tödliche Torten
Geschrieben von Birgit Erwin Was gibt es ausgeklügelteres als die Kunst des Mordens? Wohl doch die Kunst des Backens. In der vorliegenden Geschichtensammlung tun sich neunzehn Autorinnen und ein Alibimann zusammen, um die perfekte Synthese von Mord und Kuchen zu zelebrieren. Dass der Niederrhein ganz besonders teuflische Killer hervorbringt, hat Herausgeberin Ina Coelen schon des Öfteren bewiesen. Ob nun auf Reisen, in Restaurants oder ganz allgemein - die Niederrheiner haben es in sich! Diesmal ist das Oberthema, das die zwanzig Geschichten von Tödliche Torten verbindet - nomen est omen - das Fabrizieren regionaler Backwaren. Und als ganz besonderen Clou wird der Leser mit den nachgereichten Rezepten eingeladen, die Mordwaffen selber nachzubacken. Doch nun ein Wort zum Inhalt dieser tödlichen Torte. Wer annimmt, dass diese Ansammlung bösartiger Kriminalistinnen eine Reihe von Giftmorden zu Papier gebracht hat, der irrt sich. Diese Damen - und der Herr - haben mehr auf dem Kasten. Ob sie nun „Hermann“ im Ofen zu Tode garen, ob sich Geliebte und Ehefrau gegen den Küchentyrann verbünden oder eine angehende Schriftstellerin auf ihren ärgsten Rivalen trifft, die Rache ist in jedem Fall süß. Besonders hervorheben sollte man an dieser Stelle vielleicht Nessa Alturas lebensbejahende Verführung „Attentat in Alpen“ oder auch Nina Georges launigen Einblick in den Alltag einer schlecht gelaunten Kellnerin „Auf der Terrasse nur Kännchen“. Wer hingegen die eher düstere Seite des Mordes schätzt, der wird sicher Freude an Sandra Lüpkes „Fröhlichen Spitzbuben“ finden. Und auch Fans von Gesine Schulz' rühriger Heldin Karo dürfen sich in „Privatissima in Wesel“ auf ein Wiedersehen mit dem einmaligen Mutter-und-Tochter-Gespann freuen. Insgesamt kann man sagen, dass in dieser Sammlung die lustigen Geschichten besser gelungen sind, während die ernsten oder klassischen Beiträge bisweilen ein wenig behäbig daherkommen. Doch auch wenn die ein oder andere Story recht vorhersehbar und nichts wirklich Neues in diesem Genre ist, bewegen sich alle Geschichten auf einem ansprechenden Niveau und verstehen zu unterhalten. Unterm Strich haben die Tödlichen Torten vielleicht nicht ganz die Spritzigkeit von Mords-Feste zum Beispiel, doch Spaß macht der süße Tod allemal. Fazit: Wieder ein unterhaltsamer Beitrag zum Thema Tod am Niederrhein
Ina Coelen (Hrsg.) |